Diese Anleitung nimmt an, dass du bei null anfängst: kein Raspberry Pi, keine Linux-Erfahrung. Wir gehen gemeinsam durch, und wo du Kommandos eintippst, steht genau da, was sie tun.
Teil A – Den Raspberry Pi vorbereiten
Hardware bereitlegen
Du brauchst:
- Einen Raspberry Pi 4 oder 5 (ein Pi 3 geht auch). Nicht geeignet: Pi Zero bzw. der älteste Pi mit ARMv6.
- Eine microSD-Karte (16 GB reichen locker) und ein Netzteil für den Pi.
- Einen Computer (Windows, macOS oder Linux) mit SD-Kartenleser, um die Karte einmalig zu beschreiben.
- Anschluss ans Netzwerk: LAN-Kabel ist am einfachsten, WLAN geht aber auch.
Ein Bildschirm und eine Tastatur für den Pi sind nicht nötig – wir richten ihn „headless“ (fernbedient) ein.
Raspberry Pi Imager installieren
Der Raspberry Pi Imager ist das offizielle Werkzeug, um das Betriebssystem auf die SD-Karte zu schreiben. Lade ihn dir auf deinem Computer von raspberrypi.com/software herunter und installiere ihn (es gibt ihn für Windows, macOS und Linux). Danach steckst du die microSD-Karte in den Kartenleser deines Computers und öffnest den Imager.
Vor dem Schreiben: den Pi vorkonfigurieren
Das ist der wichtigste Schritt. Nach der Auswahl der SD-Karte klickst du auf „Weiter“ – der Imager führt dich jetzt durch die Einstellungen (in der Leiste links: Hostname, Localisation, Benutzer, WLAN, Fernzugriff). Damit ist der Pi beim ersten Start sofort erreichbar, ohne Bildschirm.
Stell hier ein:
- Hostname: z.B.
poolpilot-relay– darüber findest du den Pi später im Netzwerk. - Benutzername und Passwort: merk sie dir gut, damit meldest du dich später an.
- WLAN: nur nötig, wenn du kein LAN-Kabel nutzt – trag SSID, Passwort und dein Land ein.
- Zeitzone und Tastaturlayout: passend zu deinem Standort.
- Im Schritt „Fernzugriff“ (SSH-Authentifizierung): SSH aktivieren und „Passwort-Authentifizierung verwenden“ wählen. SSH ist die Fernverbindung, über die wir den Pi gleich bedienen.
Screenshot 1 von 7
Den Pi starten und finden
Steck die microSD-Karte in den Pi, schließ (bei LAN) das Netzwerkkabel an und dann das Netzteil. Der erste Start dauert etwas länger – gib ihm ein, zwei Minuten.
Jetzt verbindest du dich von deinem Computer aus per SSH. Öffne ein Terminal (unter Windows die „Eingabeaufforderung“ bzw. PowerShell) und tippe – mit deinem Benutzernamen und Hostnamen:
ssh benutzer@poolpilot-relay.local
Beim allerersten Verbinden fragt SSH, ob du dem Gerät vertraust – bestätige mit yes und gib dann dein Passwort ein.
Teil B – Das Relay installieren
Installations-Befehl ausführen
Du bist jetzt per SSH auf dem Pi. Führe den Installationsbefehl aus:
curl -fsSL https://get.poolpilot.eu/install.sh | bashwget -qO- https://get.poolpilot.eu/install.sh | bash
Der Installer erkennt die Architektur, lädt die passende Version, prüft sie kryptografisch (SHA-256-Prüfsumme, dazu eine minisign-Signatur, sofern das Tool verfügbar ist) und richtet einen systemd-Dienst ein, der automatisch startet. Kurz bevor er Systemrechte braucht, zeigt er dir die genauen Schritte und fragt nach deinem Passwort (dasselbe, das du im Imager gesetzt hast).
Teil C – Koppeln und prüfen
In der App koppeln
Öffne die PoolPilot App auf einem Smartphone im selben Netzwerk. Die App findet das Relay automatisch – folge den Hinweisen zum Koppeln.
Wird es nicht automatisch gefunden, lass dir den Kopplungscode auf dem Pi anzeigen:
sudo poolpilot-relay show-pairing
Das zeigt einen QR-Code sowie den Fingerabdruck des Relays. Der QR-Code kann direkt über die PoolPilot App oder einfach mit der Kamera deines Smartphones gescannt werden, um das Relay zu koppeln. Alternativ kannst du den angezeigten Fingerabdruck auch manuell in der App eingeben.
Prüfen, ob alles läuft
Zurück im SSH-Fenster prüfst du Status und Logs:
systemctl status poolpilot-relay
journalctl -u poolpilot-relay -f
Kurz nach dem Start sollte eine Zeile wie agent starting version=… erscheinen. Fertig – das Relay läuft, und die ProCon.IP hat jetzt Fernzugriff und Push. Das Relay hält sich ab jetzt selbst aktuell; den Pi kannst du einfach laufen lassen.
Wenn etwas klemmt
Alle Details – Konfiguration, Updates, Deinstallation – stehen in der Relay-Doku auf GitHub.