So laufen Updates
Das Relay fragt regelmäßig bei der PoolPilot Cloud nach, ob es eine neuere Version gibt. Wenn ja, lädt es sie herunter und prüft die Signatur. Dann installiert ein kleiner Helfer die neue Version und startet das Relay neu. Kommt sie nicht sauber hoch, rollt der Helfer automatisch zurück auf die Version, die vorher lief – ein fehlerhaftes Update lässt dich also nicht im Regen stehen.
Jedes Update ist kryptografisch signiert, und der Schlüssel zum Prüfen steckt fest im Programm. Weder ein gehackter Download-Server noch eine gehackte Cloud kann dem Relay also Code unterschieben – es installiert nur Versionen mit gültiger Signatur.
Wann Updates kommen
- Automatisch, über Nacht: Ein bereitliegendes Update installiert sich zwischen 03:00 und 05:00 Uhr Ortszeit, zu einer pro Gerät festen Zeit in diesem Fenster – damit nicht alle Relays in derselben Sekunde neu starten. Eine neue Version kommt so meist innerhalb eines Tages an.
- Sofort, aus der App: Keine Lust zu warten? Öffne das Relay in der PoolPilot App und tippe auf Jetzt aktualisieren – ein wartendes Update installiert sich sofort.
Updates steuern
In der App – empfohlen
Die Relay-Seite in der App hat einen Schalter für automatische Updates:
- Ein (Standard): Updates installieren sich nachts von selbst.
- Aus: Das Relay installiert nichts von allein, aber Jetzt aktualisieren geht weiterhin – etwa um einen Sicherheitsfix zu deinem Zeitpunkt einzuspielen.
So bleibt das Gerät immer aktualisierbar. Deshalb ist das die Einstellung, die die meisten wollen.
Am Gerät – ganz abschalten
Um ein Gerät komplett aus den Updates herauszunehmen, setzt du in der Konfigurationsdatei:
UPDATE_DISABLED=1
und startest das Relay neu:
sudo systemctl restart poolpilot-relay
Wenn ein Update zu hängen scheint
Das kommt selten vor, weil der Helfer bei einem Fehler von selbst zurückrollt. Was passiert ist, steht in seinem Log:
journalctl -u poolpilot-relay-updater
Der sicherste Weg zurück ist, den Installer erneut auszuführen (Befehl oben). Er installiert die aktuelle Version neu, behält Konfiguration und Kopplung und schadet auch einem gesunden Gerät nicht.
Abfrage-Intervall
Wie oft das Relay deine Poolsteuerung abfragt, stellt der Besitzer direkt in der App ein (Einstellungen → Relay), zwischen 3 Sekunden und 10 Minuten. Ohne SSH und ohne Neustart: Das Relay übernimmt den Wert ab der nächsten Abfrage und behält ihn über Neustarts und Updates hinweg.
- Standard sind 60 Sekunden (oder was in der Konfigurationsdatei unter
POLL_INTERVALsteht). Ein in der App gesetzter Wert hat Vorrang. - Der Wert gehört zum Relay, nicht zum Haushalt. Ein Werksreset löscht ihn.
- Langsamer ist sinnvoll, wenn deine Poolsteuerung (oder ein Hosting davor) empfindlich auf häufige Anfragen reagiert oder deine Verbindung nach Volumen abgerechnet wird.
- Ist die Steuerung nicht erreichbar, versucht es das Relay erst bei der nächsten planmäßigen Abfrage wieder – nie früher.
So wirkt das Intervall auf Warnungen
Warnungen werden einmal pro Abfrage geprüft. Das Intervall bestimmt also, wie schnell sie reagieren:
- Eine Messwert-Warnung (und ihre Entwarnung) kommt erst, wenn der Wert eine bestimmte Zahl von Abfragen hintereinander außerhalb (bzw. wieder innerhalb) des Bereichs liegt – standardmäßig 3. Das sind etwa 3 Minuten bei 60 Sekunden, 30 Minuten bei 10 Minuten und 9 Sekunden bei 3 Sekunden.
- Die Warnung „keine frischen Daten“ kommt nach einer festen Zeit ohne erfolgreiche Abfrage (standardmäßig 90 Minuten). Bei langsamem Intervall kann sie bis zu ein Intervall später kommen. Setzt du diese Zeit kürzer als das Intervall, reicht schon eine einzige fehlgeschlagene Abfrage – halte sie deshalb länger als das Intervall.
- Erinnerungen an ein anhaltendes Problem (standardmäßig alle 6 Stunden) hängen nicht vom Intervall ab.
Auch ein paar Hintergrundaufgaben warten auf die nächste Abfrage: eine Warnung, die nicht an die Cloud zugestellt werden konnte, eine Änderung an den Poolsteuerungen, von der die Cloud noch nichts weiß, und die ersten Messwerte einer neu hinzugefügten Steuerung. Bei 10 Minuten kann jedes davon bis zu 10 Minuten dauern.
Für Technikinteressierte: die Konfigurationsdatei
Die meisten müssen hier nie ran – alles Wichtige stellst du in der App ein. Auf einem Raspberry Pi oder Linux-Rechner liegt die Konfiguration in einer Datei:
/etc/poolpilot-relay/config
Das ist eine einfache SCHLÜSSEL=Wert-Datei. Zeilen mit # sind Kommentare; um eine Einstellung zu aktivieren, entfernst du das #. Nach jeder Änderung startest du das Relay neu:
sudo systemctl restart poolpilot-relay
| Einstellung | Standard | Wofür |
|---|---|---|
CLOUD_BASE_URL |
https://api.poolpilot.eu |
Die PoolPilot Cloud, mit der das Relay spricht. Schreibt der Installer – nur ändern, wenn der Support es dir sagt. |
LAN_LISTEN |
:8443 |
Adresse und Port, über die die App das Relay zu Hause erreicht. Nur ändern, wenn 8443 auf dem Gerät schon belegt ist. |
POLL_INTERVAL |
60s |
Das Standard-Abfrage-Intervall, z.B. 30s oder 2m. Ein Wert aus der App hat Vorrang. |
UPDATE_DISABLED |
(leer) | 1 schaltet die Updates ganz ab – siehe oben. |
So sieht die Datei nach der Installation aus:
# PoolPilot Relay agent configuration (systemd EnvironmentFile).
CLOUD_BASE_URL=https://api.poolpilot.eu
# LAN_LISTEN=:8443
# TUNNEL_LISTEN=127.0.0.1:8480
# POLL_INTERVAL=60s
# Self-update runs automatically at night; manage it from the PoolPilot app, or
# set UPDATE_DISABLED=1 here to opt this device out entirely.
# UPDATE_DISABLED=1
Erweiterte Einstellungen
Ein paar weitere Variablen gibt es vor allem für Entwicklung, Tests und Support: TUNNEL_LISTEN, CTRL_FILTER_LISTEN, STATE_PATH, MDNS_DISABLED, MDNS_VERBOSE_LOGS, FRPS_AUTH_TOKEN, PAIR_URL_BASE und REPO_DL_BASE – dazu RESTART_ON_RESET und HA_OPTIONS, die nur das Home-Assistant-Image setzt. Auf einer normalen Installation brauchst du keine davon, und falsch gesetzt können sie das Relay lahmlegen. Fass sie nur an, wenn du weißt, warum.
Die eine, die du vielleicht doch mal brauchst: MDNS_VERBOSE_LOGS=1 blendet die Hinweise der Discovery-Bibliothek wieder ein (siehe Hilfe & Befehle).
Wie sich das Relay ausweist
Jede Anfrage des Relays – an deine Poolsteuerung, an die PoolPilot Cloud und für Update-Downloads – trägt den Header User-Agent: PoolPilot-Relay/<version> (+https://poolpilot.eu). Das hilft bei Poolsteuerungen, die im Internet hinter einer Web-Firewall stehen: Viele blocken den Standard-Absender von Go als Bot. Einer Steuerung in deinem eigenen Netz ist das egal. Öffnest du die Weboberfläche der Steuerung von unterwegs, reicht das Relay den User-Agent deiner App bzw. deines Browsers unverändert durch.